CoreCheck Podcast
CoreCheck – Mythen & Wahrheit Der Podcast, der genauer hinschaut.
Was, wenn vieles, was im Mainstream über Gesundheit gesagt wird, einer kritischen Prüfung nicht standhält? Was, wenn Müdigkeit, Brain Fog oder anhaltende Erschöpfung mehr sind als eine Frage von Disziplin – nämlich Themen, die auf zellulärer Ebene besser verstanden werden können? Und was, wenn ein bewussterer Umgang mit dem eigenen Atem mehr Möglichkeiten eröffnet, als die meisten ahnen?
Willkommen bei CoreCheck – Mythen & Wahrheit.
Hier treffen zwei Perspektiven aufeinander, die sich zu selten begegnen: Christian Burghardt, Funktionalmediziner aus München, Gründer von MITOcare und seit über 15 Jahren mit dem Schwerpunkt auf mitochondrialer Medizin tätig.
Und Rolf Duda alias Peakwolf, Neuroregulations Experte, Biohacker, Speaker und Entwickler der Neurorespiratorischen Regulations Methode, dessen Arbeit über 10.000 Menschen erlebt haben – darunter Führungskräfte, Therapeutinnen und Ärzte.
Zwei Fachleute. Ein offenes Gespräch. Tiefgang statt Floskeln – aber nie zu kompliziert.
Was diesen Podcast besonders macht: Hier wird kontrovers diskutiert. Die beiden sind sich nicht immer einig – und genau das macht das Format spannend. Rolf bringt regelmäßig die radikalere Perspektive ein, provoziert bewusst und schießt auch mal über das Ziel hinaus.
Christian holt das Gespräch mit ärztlicher Erfahrung und wissenschaftlicher Einordnung wieder zurück. Komplexe Zusammenhänge werden dabei so erklärt, dass man sie auch ohne Medizinstudium versteht – fachlich fundiert, aber alltagstauglich.
In jeder Episode hinterfragen die beiden gängige Annahmen, diskutieren wissenschaftliche Erkenntnisse und teilen ihre praktischen Erfahrungen. Sie sprechen über Zusammenhänge im Energiestoffwechsel, über aktuelle Diskurse rund um Long COVID und Burnout, über Atemtechniken und Lebensstilfaktoren. Im Mittelpunkt steht das Causa-Logica-System von Dr. Burghardt, das danach fragt, welche Faktoren zu einem Beschwerdebild beitragen können.
Worüber gesprochen wird:
🔬 Mitochondrien im Fokus – warum die „Kraftwerke der Zelle" in Forschung und Funktionalmedizin zunehmend Aufmerksamkeit bekommen
⚡ Mythen unter der Lupe – welche verbreiteten Aussagen zur Gesundheit einer genaueren Betrachtung lohnen
🌬️ Atemarbeit verstehen – Mit Atemtechniken arbeitet und welche Erfahrungen Teilnehmende beschreiben
🔥 Long COVID & Erschöpfung – aktuelle Diskussionen, Forschungsstand und Erfahrungswerte aus der Praxis
🧬 Biohacking und Longevity – wo Selbstoptimierung sinnvoll erscheint und wo Vorsicht geboten ist
💡 Eigenverantwortung als Haltung – warum es sich lohnen kann, die eigene Gesundheit aktiv mitzudenken
🎙️ Gäste mit Profil – Stimmen aus Medizin, Sport, Wissenschaft und Wirtschaft, die neue Perspektiven einbringen
Wissenschaftlich orientiert. Persönlich. Manchmal unbequem.
Das ist kein Podcast, in dem alle einer Meinung sind. Es ist ein ehrlicher, lebendiger Austausch.Wenn du Inhalte suchst, die nicht glattgebügelt sind, sondern zum eigenen Weiterdenken anregen – dann ist CoreCheck genau dein Podcast !
CoreCheck – genauer hinhören, klarer verstehen.
⚠️ Wichtiger Hinweis: CoreCheck ist ein Meinungs-Podcast. Die Inhalte stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar und ersetzen keinen Arztbesuch. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie bitte einen Arzt oder qualifizierten Therapeuten.
CoreCheck Podcast
Warum CoreCheck? Zwischen Medizin, Biohacking und Bewusstsein
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Kein Thema, kein Mythos — heute nur wir beide und die größte aller Fragen: Warum stehst du morgens eigentlich auf? Christian und Rolf graben tiefer, als sie selbst gedacht hätten.
In dieser Folge legen Christian Burghardt (Funktionalmediziner) und Rolf Duda (Biohacker & Experte für Neuroregulation) das Mikroskop beiseite und reden über das, was hinter aller Gesundheit steht: das Warum. Über Sinn, Liebe, Selbstwert – und darüber, was wirklich antreibt.
🎯 Worum es geht:
🧭 Warum Ziele dich nicht dauerhaft glücklich machen (drei Goldmedaillen, drei Minuten Glück)
🧭 Weshalb Geld nicht frei macht – und Freiheit etwas ganz anderes ist
🧭 Was „die 5 Sprachen der Liebe" mit deiner Gesundheit zu tun haben
🧭 Warum Stress nie der Tiger ist, sondern deine Reaktion auf ihn
🧭 Wie man eine „50-Kilo-Gewichtsweste" aus Verantwortung wieder ablegt
Ein ungewohnt persönliches Gespräch – und genau das, was CoreCheck ausmacht: Gesundheit ist nicht nur Biochemie, sondern auch Sinn, Beziehung und Selbstwirksamkeit.
🎬 Kapitel (vor Publish mit finalem Schnitt abgleichen):
00:00 – Kein Thema, kein Mythos – nur die Warum-Frage
01:40 – Wann im Leben kommt das Warum?
03:39 – Drei Goldmedaillen, drei Minuten Glück – die Falle der Ziele
06:01 – Rolfs Wendepunkt: Verlust, Gefühle und die Sinnsuche
08:29 – Warum Geld nicht frei macht
12:28 – Sicherheit zuerst: das Warum als Fundament
15:48 – Eine unsichere Welt – wo Sicherheit wirklich entsteht
19:14 – Wem hilft der Arzt wirklich?
21:10 – Die 5 Sprachen der Liebe
24:05 – Selbstliebe – warum brauchst du Liebe von außen?
26:27 – Was ist Stress eigentlich? (Es ist nicht der Tiger)
30:21 – Coaching live: Rolf spiegelt Christian
32:28 – Christians eigentlicher Traum: Regisseur
34:47 – 17 Jahre Burnout-Praxis und die verlorene Leichtigkeit
42:03 – Die 50-Kilo-Gewichtsweste ablegen
44:33 – Das Warum hinter der Gesundheit
🎙️ Über die Hosts:
Christian Burghardt ist Funktionalmediziner mit Schwerpunkt mitochondriale Medizin (München). Rolf Duda (alias Peakwolf) ist Biohacker, Atem- und Nervensystem-Coach (Schweiz).
🌐 Mehr zu CoreCheck: www.corecheck.ch
📧 Themenwünsche oder Erfahrungen? Schreibt uns: info@corecheck.ch
⚠️ Dies ist ein Meinungs- und Gesprächsformat. Die Inhalte stellen keine medizinische oder psychotherapeutische Beratung dar und ersetzen keinen Arztbesuch. Bei seelischen oder gesundheitlichen Belastungen wende dich an eine Fachperson deines Vertrauens.
Heute starten wir mal ganz anders. Kein Thema, kein Mythos, einfach nur wir beide. Und die große Frage des Warum. Warum haben wir uns dazu entschlossen, morgens aus dem Bett zu stehen? Was ist die große Frage, die uns antreibt? Und warum glauben wir, dass es genau jetzt an der Zeit ist, ehrlich zu sein?
SPEAKER_00Ja, warum? Wenn ich aus meiner Perspektive über das Warum nachdenke als Arzt, ist mir auf jeden Fall in den ganzen letzten Jahren aufgefallen, dass der Körper echt gut heilen kann, aber nur dann, wenn die Leute wissen, warum sie eigentlich leben wollen.
SPEAKER_01Das geht direkt ethisch tief hier. Ich glaube, das wird eine gute Folge.
SPEAKER_00Ja, warum? Ja, was ein Thema ist, glaube ich, das sich alle Menschen irgendwann mal stellen im Leben, vor allen Dingen dann auch, wenn sie Krankheiten haben oder wenn es einfach im Leben zu Problemen kommt. Also wenn man Stress hat. Warum? Warum tue ich mir das an? Warum lebst du in der Schweiz?
SPEAKER_02Das ist ein ganz anderes Warum. Genau. Lieber Christian, heute gehen wir mal hier seriös an die Sache ran und gehen mal wirklich tief rein, weil ich glaube, das ist auch für viele Zuhörer ganz spannend, mal zu sehen, uns ein bisschen besser kennenzulernen und zu schauen, was ist es überhaupt, was uns antreibt, so zu sein, wie wir sind, oder das zu tun, was wir eben tun. Und diese Warum-Frage, die stellt man sich ja tendenziell irgendwo mal in der Mitte des Lebens, würde ich mal behaupten. Wo hast du denn damit angefangen?
SPEAKER_00Bei mir stimmt das sogar. Also als Kind habe ich mir keine Warum-Frage gestellt. Da war.
SPEAKER_01Da hast du dir auch den Eltern gestellt.
SPEAKER_00Da habe ich mir den Eltern gesagt, ja, warum? Aber da habe ich anderen sie gestellt, nicht mir selber, genau. Jetzt, dann wurde man Jugendlicher, die Schule hatte man beendet, dann kam das Studium, da habe ich wieder keine Warum-Frage gestellt. Dann war das Studium zu Ende, dann kam der Job, dann kamen die Kinder. Und irgendwie hat man sich da auch nicht so richtig die Warum-Frage gestellt. Aber jetzt bin ich 20 Jahre im Job, 30, ich habe keine Ausbildung mehr, ich habe irgendwie alles erreicht. Und jetzt frage ich mich, warum? Warum? Warum bin ich da? Warum? Was muss ich machen? Wie geht es weiter? Und ehrlich gesagt, ich muss das mit dir heute rausfinden. Ich weiß es noch nicht.
SPEAKER_02Ja, vielleicht können wir uns da gegenseitig ein bisschen helfen, denn ich glaube, was du gerade beschrieben hast, dieser Weg, ist ein Weg, wie ich den auch in den, also in meinem eigenen Leben, aber auch in den vielen Gesprächen und Coachings, wie ich die mit den Leuten mache, immer wieder sehe. Ich glaube, als Kind und Jugendlicher sind wir in einem Zustand, der noch relativ unbewusst und unbedarft ist. Und da sucht man die Warum-Frage ganz viel im Außen. Das heißt, man will Erklärungen haben, warum funktioniert die Welt, so wie sie funktioniert. Wie hat man sich darum zu bewegen? Was sind die Regeln und warum soll ich die befolgen? Das heißt, man schaut da einfach erstmal aus einer, ich nenne das mal Konsumentensicht, dass man alles auf sich einwirken lässt. Und irgendwann fängt es ja dann an, dass man sich Gedanken macht, wer ist man überhaupt im Leben. Und ich glaube, bei mir war das auch so nach dem Studium erst richtig der Fall, als ich dann in der Arbeitswelt war. Denn vorher war ich ähnlich wie du, ich hatte eine Vision, wo ich gesehen habe, ja, ich glaube, das finde ich cool. Und dann ist man einfach am Machen und Tun und rennt mit Vollgas dahin. Und man macht sich viel zu selten leider Gedanken, warum.
SPEAKER_00Ja, ich kannte eine ganz berühmte Sportlerin, die dieses Jahr, nee, letztes Jahr verstorben ist und mit der hatte ich einiges zu tun, die habe ich ein bisschen betreut. Und die hat mir mal erklärt, dass sie, nachdem sie drei Goldmedaillen gewonnen hatte, dann im Endeffekt auch nach sozusagen, sie war auf dem Protest und diese Hype dann oder dieses Glücksgefühl, das waren genau drei Minuten. Und nachdem du von dem Protest runtergegangen bist, nach der Goldmedaille, dann waren deine Ziele weg. Du hattest es erreicht und in dem Moment haben die es ja schon die Frage, warum gestellt? Was mache ich jetzt? Was ist das Nächste? Und ich glaube, das ist eins der großen Probleme. Wenn man keine Ziele mehr hat, hat man ja auch kein Warum mehr. Aber auf der anderen Seite ständig neue Ziele, wenn ich eins fertig habe, wieder ein neues Ziel, das ist auch irgendwie anstrengend.
SPEAKER_02Ich glaube, das ist auch die Gefahr der Gesellschaft heutzutage. Also hier würde ich eben direkt reingrätschen und sagen, Ziele sind nicht die Lösung dafür. Denn jedes Ziel, was du ja hast im Leben, das machst du, weil du ein Gefühl herauskriegen willst. Wenn du sagst, mein Ziel ist, eine Million Umsatz zu machen oder Porsche zu fahren oder die Karibik zu sehen, egal was, das sind ja meist weltliche Ziele, die wir uns vornehmen und die nehmen wir uns deshalb vor, weil wir mit deren Erreichung glauben, ein bestimmtes Gefühl zu bekommen, was uns jetzt eben noch fehlt. Und wenn man sich hier nicht zurücknimmt und frühzeitig in die Reflexion geht und schaut, warum möchte ich denn überhaupt dieses Ziel, ich nehme jetzt mal irgendwas Bildliches, den Porsche, erreichen und was ändert sich dann in meinem Leben, dann werde ich genau, wenn ich es dann mal geschafft habe, merken, ui, der löst gar nicht das Problem.
SPEAKER_00Ja, genau. Dann ist man damit gefahren und ist wieder ein Punkt wieder vor. Das heißt, man braucht ein neues Spielzeug, ein neues Warum. Ja, ich glaube, ich nenne das dann bei mir wahrscheinlich Midlife-Kreis. Ich habe viel erreicht und auf dem jetzigen Standpunkt, wenn ich mich anschaue, dann sind die nächsten Ziele viel zu hoch, viel zu groß, viel zu weit und irgendwie schwer zu erreichen. Ja, warum bist du jetzt hier im Podcast mit mir?
SPEAKER_02Du, das ist eine lange, lange Antwort. Da muss ich, glaube ich, viel ausholen. Denn diese Frage des Warum hat mich ja auch viel beschäftigt. Also ich habe das ja in anderen Podcasts, jetzt nicht unserem, sondern immer so ein bisschen erzählt. Ich habe in meinem Leben viel gesehen und auch viel erlebt, aber ich habe wenig gefühlt. Und ich habe gemerkt, dass damals war das ja bei meiner Frau und mir, wo wir die Kinder verloren haben, das war bei mir das erste Mal im Leben, dass ich wirklich mit meinen Gefühlen bei dieser Fehlgeburt konfrontiert war, dass ich gemerkt habe, all diese Ziele, die ich eben erreiche, das ist nice und ich dachte auch, ich wäre voll auf dem Weg, aber ich habe mich nie gespürt. Und ich wusste gar nicht genau, wie soll sich das denn anfühlen. Und darum ist das, was ich eben gesagt habe, mit dem Gefühl, dann langsam in mein Leben gesickert. Das kam natürlich jetzt nicht von heute auf morgen, sondern wird ein Prozess losgetreten. Und ich habe mir dann ganz viel diese Sinnfrage gestellt. Warum bin ich überhaupt hier? Was will ich denn überhaupt machen? Was will ich denn hinterlassen? Und je mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto philosophischer wurde das. Und dann fühlt man sich ja auch eine ganze Zeit lang richtig Lost, weil man das Gefühl hat, so, wow, all das, woran man festhält, ist komplett sinnlos, wenn man eben kein Warum hat. Und das kann einen Rande der Depression fast schon führen. Aber es gibt eben auch eine ganz schöne Ebene dieser inneren Befriedigung, wenn man dann anfängt, für sich Sinn zu finden und Sinn zu schaffen. Und für mich war das, boah, ich weiß gar nicht, wie ich das ausholen kann. Das sind so viele Ebenen, die hier zusammenkommen. Ich glaube, für mich war ein ganz spannender Punkt, wo ich gemerkt habe, wer ich eigentlich bin, was ich für Stärken und Qualitäten mit in diese Welt bringe und wie ich die eigentlich auslebe. Und eine Sache, die für mich ganz wichtig war, war immer zu schauen, wo bin denn ich mit meinen echten Zielen und wo ist mein Ego. Ich habe ein großes Ego mitbekommen und das musste ich erstmal erkennen überhaupt. Und dann nachher schauen, okay, wer redet denn da gerade? Ist das mein inneres Ich, nenne das mal meine Seele, oder ist das das Ego, was eigentlich was will? Und am Anfang habe ich gemerkt, da redet zu 99,999 Prozent nur das Ego. Und das war eine ganz tiefe Erkenntnis, wo man, wo natürlich auch scheiße war, das fühlt sich nicht gut an, wenn man merkt, man handelt da aus dem Ego. Aber ich habe dann gesehen, okay, auch das Ego macht ja Dinge aus einer gewissen Zielstrebigkeit heraus. Und bei mir war das viel, ich wollte so eine innere Begeisterung und Bestätigung haben. Das heißt, ich habe mir überlegt, wie kann ich denn diese Energie, ich hatte immer viel Energie, wie kann ich die in irgendwas Sinnvolles umwandeln, womit ich der Welt helfen kann, aber natürlich auch mir. Und dieses Mir-Helfen, das habe ich über Bestätigung gekriegt. Dass ich dann gesagt habe, okay, du machst irgendeinen Job gut, ich war ja in der Unternehmensberatung, du machst Aufträge gut, du überlegst dir was und du siehst, du kommst vorwärts. Und das Problem war aber, ich wusste auch hier nicht, wie kann ich das denn messen, ob ich auf dem Weg bin. Und das habe ich halt lange, lange Zeit über Geld gemacht, dass ich geguckt habe, wie viel monetären Bestätigung kriege ich quasi zurück. Und habe in diesem Prozess des Nachdenkens gemerkt, dass mir Geld eigentlich total egal ist. Also das macht dir natürlich ein schönes Leben und soll nicht weg sein, aber im Prinzip ging es mir immer um Freiheit. Und das war mein zweiter Erwachensmoment, dass ich irgendwann ein paar Jahre später dann realisiert habe: krass, ich wollte immer frei sein, aber ich habe mich nie gefragt, was bedeutet denn Freiheit für mich? Und ich habe früher eben gedacht, darum das Porsche-Beispiel, wenn du dann mit einem Porsche, die Kutter Sü entlang fährst, dann bist du frei, weil das ist das geile Leben. Aber als ich dann darüber nachgedacht habe, da war mir schon damals klar, das gibt mir gar nichts. Das ist einfach nur nice, weil du jetzt endlich mal Urlaub hast. Aber wo ich mich wirklich frei fühle, sind Momente, wo ich zum Beispiel in der Woche einfach mal einen Tag frei machen kann, wenn andere arbeiten und wandern gehen kann. Oder auf dem Sofa liegen kann und mir eine Serie angucke, einfach random, weil ich da Bock drauf habe. Und für mich war das dann ganz hart, diese Einsicht zu bekommen, zu sehen, dass Geldverdienen mich eben nicht frei gemacht hat, sondern das hat mich davon abgehalten, frei zu sein. Weil all die Dinge, die ich mit Freiheit assoziiert habe, die wären jederzeit möglich gewesen, auch ohne Geld.
SPEAKER_00Ja, so ist es. Man sagt ja immer, ohne Geld ist es nichts. Aber wenn du zu viel hast, bringt es irgendwie auch nichts, weil du dann nicht weißt, was du damit anfangen kannst und mach wieder Haufen, neuen Unsinn. Ja, am Anfang klar, jeder will am Anfang erstmal Geld verdienen, will sich seine Wünsche befriedigen, ging mir nicht anders. Weil am Anfang hat man ja auch diese Unsicherheit, man kann sich das oder jenes nicht kaufen und möchte dann diese Unabhängigkeit haben. Aber in dem Moment, auch darauf, wenn man es geschafft hat, wenn man sich alles kaufen kann, was man sich kaufen will, so im normalen Bereich, dann spielt Geld keine Rolle mehr. Das heißt, Geld ist tatsächlich irgendwie nicht das eigentlich sinnvolle Ziel für die meisten Menschen wahrscheinlich. Also muss es sich ein anderes Warum geben. Also die Unabhängigkeit, da kann ich, gehe ich voll mit. Unabhängig, die Freiheit, das ist definitiv einer der Gründe. Aber irgendwie muss man sich mit dieser Freiheit ja auch beschäftigen. Da muss man wiederum was tun, was sinnvoll ist, was einem das Warum gibt. Also ich glaube, ich persönlich habe das noch nicht so richtig gefunden. Ich kann für mich das nicht definieren. Insofern finde ich das gut, dass du das für dich definieren kannst.
SPEAKER_02Du, ich glaube, ehrlich gesagt, das ist eine lebenslange Suche und ich glaube, das verändert sich auch. Was ich aber spannend finde, ist, was wir jetzt bis hierhin schon besprochen haben, ist ja ein gewisser Weg. Also wie wir haben einmal das Monetäre gesehen, wo man ja auch immer sagt, hey, Geld macht nicht glücklich. Das weißt du aber erst, wenn du es mal gehabt hast. Und sonst lebst du immer in einer Trennung, weil du hast ein Ziel, eben du willst Geld haben, du hast aber deinen Ist-Zustand, du hast das Geld nicht. Und diese Trennung ist das, was dich beschäftigt hält. Und ich glaube, das Gleiche hast du auch auf einer Gefühlsebene. Und da ist halt wichtig zu gucken, wenn ich ein Ziel habe, wie in dem Beispiel eben diesen Porsche, welches Gefühl will ich denn da rauskriegen? Und jetzt in meinem Fall war das die Freiheit. Und dann habe ich aber auch hier eine Trennung, weil ich sehe, anscheinend habe ich ja noch nicht genug Freiheit, sonst wäre das ja nicht mein Zielzustand. Und das Schöne für mich war aber, wenn du auf eine Gefühlsebene runtergehst, dann erkennst du auf einmal die Trennung. Du siehst, was trennt dich denn heute wirklich von der Freiheit? Und das ist viel einfacher, für mich zumindest auf einer Gefühlsebene das zu analysieren, als auf einer materiellen Ebene.
SPEAKER_00Okay. Es gibt ja bei den Dingen diese Grundbedürfnisse, habe ich mal gelernt. Ich glaube, Orientierung, Sicherheit und welche sind weitere, kennst du die alle?
SPEAKER_02Also brauchst du zuerst brauchst du ja immer Sicherheit. Das ist ja auch was Spannendes, das erkläre ich auch immer so, wenn man um emotionale Themen diskutiert, wo das Warum sicher auch dazu gehört. Das brauchst du gar nie zu diskutieren, wenn du nicht sicher bist. Sondern das gilt ja für die Maslow-Pyramide, wo es um eher materielle Dinge geht. Oder erst willst du ja die materielle Sicherheit haben, das heißt ein Dach über dem Kopf, du willst Essen haben, du willst wissen, wo du stehst. Das kommt dann schon dann drüber. Und das ist dann natürlich auch emotional so. Das heißt, du musst dich in deinem Körper sicher fühlen. Du musst ein Warum haben. Also du musst wissen, warum bist du hier auf der Erde. Weil solange du das gar nicht weißt, weiß dein Körper ja auch nie, kann ich mich denn da sicher fühlen. Also bin ich auf Kurs oder nicht. Und ich glaube, das ist die zentrale Frage, wo man gar nicht jetzt weitergucken muss, weil allein die erste Ebene, die Ebene der Sicherheit, die betrifft schon das Warum. Und wenn man das nicht hat, dann kann man diese weiteren Stufen gar nicht erklimmen.
SPEAKER_00Und dann gibt es die Orientierung. Was kannst du dazu sagen?
SPEAKER_02Also ich würde das wieder übersetzen in eine eher esoterische Sichtweise, das Spirituelle und du hast ja auch deine Energiezentren, die Chakren, das erste Chakra, dein Wurzelchakra, da kommt ja deine Lebensenergie her. Das ist das, was wir gerade besprochen haben. Das ist das Warum. Das heißt Sicherheit, warum, so, und da baut sich überhaupt mal deine Kraft auf, damit die dann weiter in dein Bauchbereich fließt. Und dort geht es um diese Orientierung, weil dort beginnt sich deine Identität zu formen. Hier musst du dir also überlegen, wenn die Sicherheit gegeben ist, welchen Platz nimmst du jetzt in der Welt ein? Wer willst du sein?
SPEAKER_00Dann komme ich weiter zum Herzchakra. Das heißt, dann geht es eigentlich um die Liebe.
SPEAKER_02Nee, dann kommst du erstmal zum Solarplexus-Chakra. Und da geht es dann darum, dass du schaust, mit diesen Glaubenssätzen, sagen wir mal, im Bauch formst du ja gewisse Wertvorstellungen für deine Identität, weil abhängig von dem Identität, die du halt haben willst, sind ja gewisse Sachen richtig und gewisse Sachen falsch. Und die bringst du jetzt da in dem Solarplexus-Chakra in Einklang und gehst in eine Phase der Selbstermächtigung. Also fühlst du das auch. Bist du mit dir selber d'accord und kannst du aus einer kohärenten Haltung heraus das nach außen transportieren. Weil von dort aus, also vom Solaplexus, sendest du zum Beispiel. Da sendest du deine Botschaft, deine Authentizität, aber eben auch deine Liebe. Und das geht nur, wenn du bis dahin kohärent bist. Was für mich ja immer ganz spannend ist, wenn ich mich mit der Atmung beschäftige, wo wir natürlich auch im Bereich des Zwerchfelds sind. Weil wenn du nicht weißt, wer du bist und wofür du stehst, dann weiß dein Körper in allen Hören nach nicht, was soll er für dich machen. Bist du ein Marathonläufer, also soll ich dich fit halten? Oder bist du ein Bodybuilder, soll ich dich stark machen? Oder bist du Couch Potato und ich mach dich schön weich?
SPEAKER_00Ja. Okay, das heißt, wir müssen ja unten anfangen, wenn wir uns entwickeln wollen mit der Sicherheit.
SPEAKER_02Genau, aber wenn wir jetzt da nochmal reingehen und du guckst von der sicheren Perspektive deines Warums, findest du denn da für dich einen Ansatz?
SPEAKER_00Von der sicheren kurz nachdenken. Von der Sicherheit. Ah ja, genau. Ja, da wird es ja schon schwierig mit Sicherheit. Heutzutage, glaube ich, ist dieses Gefühl der Sicherheit nicht mehr gegeben. Wir haben ja genau das Problem, dass die Welt so unsicher, instabil geworden ist und dass man sich mit den Politikern, die man im Land hat, nicht mehr sicher fühlt, dass man sich mit der Region, in der man sich befindet, dass man sich dort auch nicht mehr sicher fühlt. Es gibt jetzt wieder Krieg. Und ja, ich glaube, ein großes Thema ist bei mir auch. Ich glaube, das haben viele Menschen, dass einem die Sicherheit gerade tatsächlich nicht mehr da ist, die Basis für diese Sicherheit nicht mehr da ist. Auch finanziell, man einfach, man sieht ja, wie viele Schulden einfach das Land macht. Gerade wieder 500 Milliarden bei uns und weiß, das muss man irgendwann zurückzahlen, ja. Und das macht einem schon unsicher, finde ich. Vielleicht ist das einer der Punkte, warum ich auch gerade nicht so richtig weiß, warum.
SPEAKER_02Genau, aber das macht ja auch nur dann unsicher, wenn man seinen Platz in diesem größeren System, in dem Fall der Gesellschaft, nicht kennt. Und den kennt man nicht, wenn man sein eigenes Warum eben nicht hat. Und das Problem, wenn wir das nicht ausformulieren für uns selber, besteht ja darin, dass in unserer Entwicklungsgeschichte als Menschen konnten wir jedes Problem kurzfristig mit Muskelkraft beheben. Darauf basiert ja unsere ganze, wie soll ich sagen, Evolution, dass es gibt einen Stressor, der uns erregt. Wir aktivieren eben Stresshormone, Muskelkraft. Das Denken geht zurück, damit wir eben kämpfen oder fliehen können. Und diese Probleme, die du heute gesagt hast, die kann der Körper eben nicht mehr mit Muskelkraft beheben. Das heißt, unser uns angeborenes Coping-Mechanismus, um mit Stress umzugehen, der ist nutzlos in unserer Gesellschaft. Weil ich kann der Steuerpolitik oder der Rente, der kann ich keine reinhauen und wegrennen kann ich auch nicht, weil irgendwann holt mich das ein. Aber auf solche Probleme in der Zukunft kann mein Gehirn keine Lösung finden. Und deshalb werde ich von dort nie Sicherheit finden. Und muss die halt in mir suchen und kann mich ja dann fragen, warum beschäftigt mich denn das Thema Krieg, Finanzen, Steuerpolitik? Weil wir haben ja alle eine Wahl. Also wir wählen, wo wir leben. Es gibt ja Möglichkeiten, heutzutage steuerfrei zu leben. Wir wählen zum Beispiel ja auch alle, ob wir arbeiten gehen. Das ist ein Thema, was ich ganz oft diskutiere mit Leuten, dass man immer sagt, ja, man muss arbeiten gehen. Und wenn wir ehrlich sind in unserem Land, also in Deutschland oder bei mir in der Schweiz, man muss nicht. Man kann von heute auf morgen aufhören. Die Frage ist ja immer, kann man mit den Konsequenzen leben? Das ist Hartz IV und der Tag gehört dir, das, worauf du Bock hast. Und darum ist auch hier wieder die Warum-Frage und wer ist man eigentlich, essentiell.
SPEAKER_00Gut, dann werde ich wohl in die Tiefe gehen müssen, meines Inneren, und mir die Frage stellen müssen, warum. Jetzt bin ich Arzt, da habe ich natürlich schon gute Warums. Ich könnte mir natürlich als Warum sagen, einfach um die Menschen gesünder zu machen, um die Welt gesünder zu machen. Da tue ich mir dann aber immer schwer, wenn die Patienten zu mir kommen, respektlos sind, keine Wertschätzung einem gegenüberbringen. Und wenn ich auch das Gefühl habe, dass einfach viele Leute sie gar nicht wirklich für ihre Gesundheit interessieren, sondern einfach so eine Art Konsummedizin betreiben. Das macht es ja auch schon wieder schwierig, wenn die Leute um einen herum auch kein Warum haben.
SPEAKER_02Absolut. Nur ist das ja nicht unbedingt was, was dich beeinflussen muss, sondern alles, was ja passiert, passiert, weil es uns triggert und uns ein Thema in uns aufzeigt. Und wenn du sagst, du hast die Medizin gewählt, um Menschen zu helfen, dann ist das ein guter Grund. Aber du hilfst ja nicht anderen, sondern in erster Linie hilfst du dir selber. Das heißt, du willst von diesen Menschen was zurückbekommen. Zum Beispiel eine Dankbarkeit, einen Respekt, dass man gesehen wird. Und das bekommst du ja nicht, wenn Leute dann eben respektlos sind, wenn sie nicht das machen, was du sagst. Und da ist ja spannend, da reinzugehen, was kriegst du von deinem Patienten, wenn es gut läuft, was dich erfüllt.
SPEAKER_00Das ist eine gute Frage. Also mit anderen Worten, was müssten mir die geben, damit ich mein Warum beantworten kann? Genau. Was könnte das sein? Dankbarkeit.
SPEAKER_02Ansehen könnte das sein, Respekt kann das sein, Liebe kann das sein. Liebe?
SPEAKER_00Ich glaube, Ärzte wollen Liebe. Liebe ist gleich zu uns. Ich glaube, es gibt ja diese fünf Typen von Menschen, oder Rot, Grün, Blau. Da gibt es auch die unterschiedlichen. Die einen, die Anerkennung wollen und die Anliegen, die. Aber die Sprache der Liebe. Ja, die Sprache der Liebe. Also ich glaube, ich bin. Kennst du die alle? Also ich kenne nur Anerkennung.
SPEAKER_02Es gibt also körperliche Nähe.
SPEAKER_00Es gibt Nähe.
SPEAKER_02Es gibt Anerkennung, es gibt Geschenke. Es gibt jetzt muss ich selber belegen. Liebe wahrscheinlich. Ja, das sind ja alles Sprachen der Liebe. Es gibt Hilfsbereitschaft, dass du Leuten hilfst. Ich glaube, das dritte ist diese Zweisamkeit, also dass man auf einer emotionalen Ebene verfügbar ist.
SPEAKER_00Das heißt, man muss ja erstmal dann herausfinden, welcher Typ man ist. Das kann man dann wahrscheinlich wiederum einfach durch Tests herausfinden oder durch.
SPEAKER_02Ja, das ist ein ganz spannendes Thema. Das heißt, da gibt es ein Buch, also für alle, die das nicht kennen, die fünf Sprachen der Liebe. Das ist ein Buch, was mich mit am meisten geprägt hat, würde ich sagen, weil man auf einmal gezwungen ist, sich damit zu beschäftigen, wie man selber Liebe glaubt, empfangen zu können. Und das ist ja dann auch das, wie du es anderen mitteilen willst. Und zum Beispiel mir nicht lix ferner als Geschenke. Also mir kann man was schenken, das ist nice, aber es ist mir im Prinzip auch scheißegal. Und deshalb würde ich auch meine Liebe nie in Form von Geschenken jemand anders machen. Wenn du jetzt aber einen Partner hast, für den das die Sprache der Liebe ist, der wird ja immer mit Geschenken ankommen. Der macht sich dann ganz viele Gedanken, wenn jemand Geburtstag hat, wenn du Geburtstag hast, was kann er machen? Vielleicht bringt er die aus dem Urlaub einen Stein mit, weil man sagt, boah, wir haben uns doch in dieser Kirche gesagt, kennengelernt oder getraut und das ist der Stein davon. Und wenn das halt nicht deine Sprache ist, denkst du, was soll der Scheiß? Und der andere zeigt dir aber seine Liebe und du trittst die dann mit Füßen. Und das ist was, wo ich ganz krasse Insights hatte für mich, zu sehen, wo gerade Menschen in meinem Umfeld eigentlich nach Liebe und Aufmerksamkeit, wie soll ich sagen, betteln und ich das nicht gesehen habe.
SPEAKER_00Das ist mit ja spannend. Also das heißt, diese Missverständnisse in der Kommunikation ist immer so der erste Schritt, dass man die aufräumt, indem man erstmal die anderen Sprachen der Liebe kennt und dann auch versteht, wenn ein anderer gegenüber sitzt, welche Sprache der spricht. Also man muss es dann auch irgendwie lesen können und erfahren können. Ja, genau.
SPEAKER_02Also in dem Buch geht es ja darum, dass es fünf grundsätzliche Sprachen gibt, aber damit ist das nicht getan, sondern das gibt doch, die nennen das dann Dialekte darin. Also das ist ein schönes Beispiel im Buch. Es kann ja sein, dass jetzt die Sprache der Liebe deiner Frau Hilfsbereitschaft ist. Und du weißt das auch und willst dir jetzt helfen. Und jetzt bringst du halt das Auto in die Waschanlage, dass die immer ein sauberes Auto hat und das ist vollgetankt und du räumst auch die Spülmaschine aus und mähst den Rasen jeden Samstag, damit das top ist und hast ihr jetzt damit deiner Meinung nach geholfen. Was sie aber gebraucht hätte, ist, dass du die Wäsche machst und den Müll rausbringst. Das heißt, du hast schon erkannt, worum es geht, aber hast trotzdem verkackt. Und das ist so ein Thema, wo ich denke, das ist wirklich krass schwer, wenn man nicht mit den Leuten wieder in den Dialog geht. Und auch das braucht, genau wie unser Warum, braucht eine ganz hohe Stufe der Reflexion und des, wie sagt man, der Bewusstheit. Dass du überhaupt guckst, was sende ich da gerade und wie empfängt der andere das.
SPEAKER_00Das finde ich spannend, weil im Endeffekt, wenn das Buch die fünf Sprachen der Liebe, der Schlüssel sein könnte, dann hast das Buch, der Buchtitel ja eigentlich schon die Lösung gegeben, dann ist das Warum dann ja eigentlich doch nur die Liebe oder doch die Liebe per se. Wenn wir uns geliebt fühlen, dann haben wir unser Warum eigentlich schon gefunden.
SPEAKER_02Also wir sind ja auf das Buch gekommen, weil du gesagt hast, du suchst, glaube ich, nach Liebe. Dass das dein Warum ist, also was nicht dein Warum, sondern das, was du bekommen willst von Patienten. Und wenn das so ist, dann wäre jetzt ja die nächste Frage, warum brauchst du das von außen? Also warum muss dein Patient oder deine Frau dir die Liebe geben? Warum hast du die nicht in dir selber? Und dann bist du beim nächsten Gefühl, wo du gucken kannst, okay, wovon bin ich denn jetzt noch getrennt?
SPEAKER_00Das heißt, es geht erstmal um die Selbstliebe, dass man sich auch von innen heraus lieben kann. Aber kann man sich denn selbst lieben? Ist das so einfach? Man muss ja auch mal ja körperlich ja, aber es ist nicht eher eine seelische Ebene, eine geistige Ebene der Selbstliebe, bevor du mit der körperlichen Selbstliebe anfängst.
SPEAKER_02Aber beide Ebenen, also gerade die, ich würde sogar behaupten, die körperliche müsste ja im Prinzip schwieriger sein. Weil körperlich gibt es Dinge, die kannst du dir nicht aussuchen. Vielleicht hast du Genetik, keine Ahnung, hast du rote Haare, hättest aber lieber blonde. Oder du hast Pickel oder Muttermale, egal was. Das heißt, da gibt es eine gewisse Einschränkung in den Möglichkeiten, wie du das gestalten kannst. Wie es aber in dir aussieht, also die seelische Selbstliebe, das kannst du ja zu 100% selbst gestalten. Das heißt, wenn es dort was gibt, wo man sagt, das fühle ich noch nicht, ich kann mich als meinen Charakter noch nicht selbst annehmen, bedeutet das ja auch eine gewisse Trennung. Also man weiß, man ist eigentlich jemand anders und lebt dieses Leben noch nicht. Also bin ich nicht authentisch bis jetzt.
SPEAKER_00Okay, also ich muss mich selber lieben, das ist klar. Liebe ist das zentrale Thema. Und wie kommt man von der Liebe weg, möglicherweise durch Stress? Das heißt, könnte die Warum Frage einfach dann entstehen, wenn der Stressanteil, den man hat, größer ist als der Liebesanteil, wenn man so will. Also wenn die Liebe dominiert, egal ob die eigene Liebe, die Selbstliebe oder die Liebe von außen, wenn dem Leben dominiert, dann stellt man sich die Frage, warum nicht? Und wenn dieser Teil eben weniger ist und der Stressteil, ich selber stresse mich, weil mit dem, was ich mache, meine Umgebung stresst mich den ganzen Tag, wenn es einfach hoch geht, dann fange ich an, mir die Warum Frage zu stellen.
SPEAKER_02Also aus meiner Sicht ist das zu abstrakt. Weil die Frage, du hast jetzt viel von Stress geredet, ich würde da einfach die Frage stellen, was ist denn Stress? Weil Stress gibt es ja nicht per se, sondern uns stresst ja nicht der Stressor, sondern was Stress ist, ist meine Reaktion auf diesen Stressor. Das heißt, was ich daraus mache. Und wenn man uns beide jetzt hier in den Raum sperrt mit einem Tiger, dann sind wir beide sehr gestresst, wenn du das mit Siegfried in Reu machst. Okay, schlechtes Beispiel. Ja, weil die, also wenn du die Erfahrung hast, bist halt nicht gestresst, weil du weißt ja dann, wie sich so ein Tier tendenziell verhält. Und gut, haben die auch gedacht. Na, also was ich sagen will, ist, also der Stressor ist ja hochgradig subjektiv und Dinge, die dich stressen, zeigen dir immer nur auf, dass du dort gegen etwas in dir rebellierst. Du fühlst dich also zum Beispiel nicht sicher, weil du nicht weißt, wie du dich verhalten sollst, wer du bist oder warum du da bist. Und das ist ein Thema, wo ja der Körper aus meiner Sicht mit uns redet und sagt, schau mal dahin, da stimmt was nicht.
SPEAKER_00Ja, ich sehe das aber so ein bisschen wie bei den Entzündungen. Du hast, du kannst eine Entzündung mal haben, also mal Stress haben im Körper und der Körper kann das dann regulieren. Das heißt, das geht hoch und dann geht die Gegenregulation los. Und dann kann es aber irgendwann in so eine chronische Entzündung übergehen, wo der Körper eben nicht mehr in der Lage ist, das runterzuholen.
SPEAKER_02Das kommt aber ja nur daher, weil wir zu blöd sind, dem Körper zuzuhören. Das ist meine Meinung.
SPEAKER_00Ja, man muss wahrscheinlich dann eher auf ihn hören. Aber auf der anderen Seite, es gibt ja auch physiologische Dinge, die eben Stress machen, Übersäuerung, wo kein Mensch weiß, wo die eigentlich herkommt. Ja, so ein normaler Mensch weiß nicht, dass er von Geburt an anfängt zu übersäuern und deswegen sein Körper mehr oder weniger immer älter, immer kränker wird. Und das ist nicht so einfach dagegen zu steuern, ohne dieses Wissen zu haben.
SPEAKER_02Aus meiner Sicht hängt das aber alles mit dem Warum eben zusammen. Weil den Stress hast du ja nur, wenn du nicht aligned bist und nicht zu 100% authentisch. Sonst hast du keinen Stress. Also wenn du genau weißt, was du gerade machst, das Umfeld so hast, wie du willst, deine Position darin kennst, dann kannst du mit allem umgehen. Und sobald es Trennungen gibt und Sachen, die du nicht mehr kontrollieren kannst oder denen du eben nicht vertraust, dann fängt Stress an, weil du merkst dann, dass der Körper mit dir redet und sagt, das stimmt für mich was nicht. Und das für mich stimmen kann einfach nur sein, dass du nicht gesagt hast, was du denn aus der Situation herausholen willst, dann bist du dir deines Zieles nicht klar. Und dann fängt dein Körper an, mit dir zu reden. Und das kann er eben nicht mit Worten, sondern das tut er ja über die Chemie, über Spannung. Dann hast du auf einmal Nacken, Verspannungen, du hast kaum immer Bauchweh, du hast Verstopfung oder eben auch Entzündungen. Und damit will ja der Körper dir sagen, guck mal dahin. Es stimmt was nicht und ich stelle dich jetzt anders ein, damit wir zum Beispiel ruhig liegen, um uns darüber Gedanken zu machen.
SPEAKER_00Okay. Aber wie setzt man das jetzt um? Also du bist der Coach und du hast ja diese Thematiken den ganzen Tag. Ich bin Arzt, ich habe sie zwar auch den ganzen Tag, aber ich habe zehn Minuten. Du als Coach hast Stunden. Du kannst wirklich mit diesen Leuten stundenlang Zeit verbringen und kannst versuchen, die in das Warum zu führen. Ich gehe mal davon aus, dass du dein eigenes Warum beantworten kannst, sonst kannst du eigentlich als Coach gar nicht arbeiten.
SPEAKER_02Also ich würde sagen, dass ich für mich derzeit beantworten kann, aber ich würde auch sagen, dass man auch ohne das Warum arbeiten kann. Die Frage ist, ob das dann gut ist.
SPEAKER_00Wahrscheinlich nicht. Aber jetzt hast du jemanden vor dir, da kommt jetzt der Christian Burkert und sagt, boah, irgendwie ist denn das warum verloren gegangen? Wie könnte man denn jetzt zu dem Warum wieder zurückfinden? Also ich schaffe es jetzt nicht alleine. Ich habe jetzt, glaube ich, schon verstanden, dass irgendwie der Anteil der Liebe, die ich spüren muss, mehr sein muss als der Anteil der Stress. Liebe und Stress sind aber auch noch sehr abstrakte Dinge, die man irgendwie definieren muss. Aber wie könnte ich jetzt anfangen und wie würdest du mich coachen?
SPEAKER_02Ich würde dir ganz viel spiegeln von dem, was ich sehe und von dem, was wir jetzt geredet haben, sind wir ja schon ganz viel da reingegangen. Das heißt, du merkst, diese Frage des Warums ist, wie du selber sagst, dir verloren gegangen. Und jetzt ist ja die nächste Frage, warum ist das so? Und auch darauf hast du schon eine Antwort. Du merkst so, du brauchst diesen Respekt der Anerkennung und du willst, also du suchst tendenziell nach einer Zugehörigkeit. Du willst respektiert werden, gesehen werden und dann aus dieser Position Liebe zu empfangen. Und soweit waren wir schon. Und was ja jetzt passiert ist, es gibt eine gewisse, eine gewisse Ablehnung dagegen. Das heißt, du machst gerade ein bisschen zu und stellst mir diese Gegenfrage, weil, um da reinzugehen, gerade Themen wie Liebe, müssen wir natürlich unser Herz aufmachen. Das ist Verletzlichkeit und dann geht es jetzt um Themen zu gucken, warum gibt es Momente, und das ist ganz oft ja in der Vergangenheit so, wo man nicht Vollmann selber sein kann, wo man nicht Liebe empfangen hat, die bedingungslos war, sondern wo vielleicht die Eltern gesagt haben, du musst eine gewisse Qualität erbringen, egal ob in der Schule, im Leben, Stärke, was auch immer, weil sonst mag ich dich nicht, sonst enttäuschst du mich. Und da fangen wir ja dann an, als Kinder konditioniert zu werden, um solche Muster zu entwickeln.
SPEAKER_00Das heißt, es sind in der Regel Traumata aus der Vergangenheit, die einem dann in die falsche Richtung bringen. Wenn man halt ja ein bisschen.
SPEAKER_02Es ist keine falsche Richtung, sondern was ja passiert ist, du bist, wenn ich das jetzt einfach übersetze auf das Leben, du bist halt in die Welt gekommen und dann bist du einfach deinen Weg gegangen. Und du hast gesagt, du hast studiert und so und hast dir nie die Frage von warum gestellt, was so auch okay ist, weil das einfach der Lebensweg ist. Und dann irgendwann kommt aber ein gewisses Bewusstsein rein, wo man sagt, ich stelle mir diese Frage, warum? Und dann merkt man aber vielleicht, oh, es ist vielleicht nicht alles so optimal gewesen, wie ich das jetzt gemacht habe. Und damit meine ich nicht falsch, sondern ich wusste ja gar nicht, wer ich genau bin. Also vielleicht willst du ja zum Beispiel Arzt sein, aber wer ist lieber, was weiß ich, Halsnasen-Ohren-Arzt geworden. Regisseur tatsächlich.
SPEAKER_00Ja, oder Regisseur. Meine erste Wahl war Regisseur. Ich wollte ein paar coole Filme machen wie Bully Herbig. Ich wollte eigentlich Komödie machen, aber ich fand, ich habe früher sehr, sehr gerne gelacht und Spaß gehabt, also Freude empfunden und ich fand so das Wichtigste im Leben ist eher, Freude zu empfinden, glücklich zu sein. Und das macht man halt mit einer Komödie. Deswegen wollte ich Regisseur werden. Ich hatte mich auch beworben an der Filmhochschule und das Thema war Gefahr von rechts. Das war damals zeitgemäß, ist ja heute jetzt wiederzeitgemäß, eigentlich seit 30 Jahren irgendwo.
SPEAKER_01Ja, heute kommt die Gefahr von links unten.
SPEAKER_00Und ich fand das Thema aber so blöd, dass ich halt einen Autounfall gemacht habe, wo die Gefahr von rechts gekommen ist. Blöd. Hat halt nicht gereicht für die zweite Bewerbungsrunde. War vielleicht auch etwas zu einfach gemacht. Aber dann konnte ich nicht Regisseur an der Filmhochschule in München werden.
SPEAKER_02Lass mich da mal reinspringen. Warum wolltest du denn Regisseur werden, also hinter der Kamera und nicht vor der Kamera stehen?
SPEAKER_00Weil ich coole Filme machen wollte, weil ich finde einfach, dass Filme, die haben einen riesigen Impact, also weil ich einen Impact haben wollte für die Welt. Als Schauspieler, da wirst du engagiert, aber als Regisseur, da kannst du deine Projekte, suchst du die Projekte aus, du machst vielleicht deine Drehbücher sogar selber und du kannst richtig coole Geschichten bringen, die die Welt verändern, die die Welt besser machen, glücklicher machen. Also ich wollte lustige, glücklich machende, intelligente Filme drin.
SPEAKER_02Und das ist ja eine ganz spannende Thematik, weil dass du hinter der Kamera sein willst, zeigt ja, du willst was verändern, ohne dabei selbst im Mittelpunkt stehen zu müssen. Sondern es geht ja mehr um die Botschaft als um dich. Aber weil das nicht geklappt hat, versucht man dann über einen Umweg, das ist ja dann wahrscheinlich das Medizinstudium gewesen, versucht man einen ähnlichen Impact über was anderes zu erreichen. Und was du aber rauskriegen willst, ist diese Veränderung, also die Bestätigung, gesehen zu werden, dass die Veränderung ankommt. Also irgendwo will man sehen, egal ob bei einem Film, wo dann Kinozahlen gemessen werden, willst du jetzt halt Gesundheitszahlen sehen und sagen, passt dieser Impact an mich, damit ich das messen kann? Und was macht das denn mit dir, wenn es passt? Also welches Gefühl kriegst du dann?
SPEAKER_00Dann bin ich zufrieden. Das macht ein inneres Glücksgefühl. Also Zufriedenheit, dass man irgendwas Positives erreicht hat, dass andere Menschen glücklich sind. Das alleine, wenn dich einer anlächelt, mich stört das schon immer die ganze Zeit, wenn die Leute, wenn die so kriiscremig gegenübersetzen. Ich bin auch in den letzten Jahren deswegen selber kricremig geworden. Ich habe ja auch natürlich ein schwieriges Feld. Burnout-Diagnostikinstitut, da habe ich, so habe ich angefangen. Und am Anfang waren es halt die ganzen Burnout-Patienten, die ja per se alle schlecht drauf sind. Und über 17 Jahre hat mich das vielleicht sogar so ein bisschen runtergezogen. Aber eigentlich will ich, dass da Leute drüben sind, die lachen, die glücklich sind, die zufrieden sind, die, wenn sie gesund sind, dankbar sind und lächeln. Und nicht jemand, der dann sagt, okay, meine Müdigkeit ist jetzt von 30 Prozent auf 60 Prozent besser geworden. Aber da ist hier noch ein Problem und da ist das noch ein Problem und da und hier und dort. Oder manche sagen es dann gleich anders, die sagen, nee, ist eigentlich nichts besser geworden. Und dann sage ich, wie war es denn so vor sechs Monaten? Und dann sagen die, da hatte ich das Problem und das Problem und das Problem und das und das Problem und was ist es jetzt? Ja, also das ist weg und das ist besser, das ist noch nicht besser, aber eigentlich geht es mir noch nicht viel besser. Das praktisch, diese positiven Dinge, die werden wieder vergessen und diese negativen Dinge, die werden überproportional dargestellt. Auf jeden Fall viele Leute, die einfach irgendwie nicht lächeln mehr. Wenige, die noch lächeln.
SPEAKER_02Aber ganz, ganz spannende Themen, weil wenn wir das jetzt mit in den Topf reinwerfen, siehst du, die Wirkung, die du entfalten willst, kannst du entfalten, jedoch musst du dich dafür anpassen. Das heißt, du musst verbiegen, musst rausgehen aus deiner Authentizität, weil, das sind dann Glaubenssätze, du glaubst, wenn du jetzt ankommst, so morgen, ich bin der Christian, na, was hast du denn heute mit deinem Burnout, dass das nicht mehr die Energie matcht und wahrscheinlich ist das auch wahr, mit den Patienten, die du dann eben hast. Und also fehlt dir Leichtigkeit und du musst jetzt eine Last tragen, diese Last der Veränderung, die du in dir drin eigentlich nicht tragen willst.
SPEAKER_00Ja, das ist gut zusammengefasst, tatsächlich, ja. Das heißt, ich muss irgendwas ändern. Ich tue jetzt die Burn-out-Patienten zu meinem Kollegen schicken. Na, die kriegen jetzt Ecstasy.
SPEAKER_01Ein bisschen Happy Hormone.
SPEAKER_00Ja, ist ja auch noch eine Option, einfach so ein bisschen Happy Hormon in der Atemluft, Raumluft. Wir kiffen jetzt erst. Ja, vielleicht ist das tatsächlich das Thema. Also ich habe jetzt schon eine Lösung, ich habe mir deswegen gönne ich mir ganz viel Schokolade und Krapfen und Kuchen, weil das gibt mir noch diese gewisse Freude und Lust. Das ist dann die Selbstbefriedigung mit Süßigkeiten.
SPEAKER_02Da könnten wir jetzt auch wieder richtig schön tief einsteigen. Aber ich glaube, wir lassen das mal bei dem Thema, wo wir gerade sind, weil das, also man sieht ja im Prinzip, man ist nie fertig mit den Themen. Und es geht darum, dass wir zu uns selber kommen und diesem Warum näher kommen. Jetzt haben wir gemerkt, das Warum ist gar nicht so einfach zu finden, sondern wir müssen ganz viel Ehrlichkeit haben und ganz viel Verletzlichkeit in uns haben, zu schauen, wie weit kann ich denn da reingucken. Und ich glaube, was halt schwierig ist, gerade auch in der Midlife-Crisis, darum heißt das ja so, ist anzuerkennen, dass man jetzt jemand anders ist. Und ich denke nicht, dass man dort eine andere Rolle spielt, sondern man kommt auf einmal an. Man versucht ja, wenn man jung ist, versucht man aufzubauen. Das heißt, man baut auf, man sucht seinen Platz im Leben und dann irgendwann hat man was erreicht und dann kann man sich sozusagen eine kleine Pause gönnen. Und das ist ja oft dann, wenn Kinder kommen oder wenn Kinder aus dem Haus gehen oder wenn man runde Geburtstage hat, dann ist so die gesellschaftlich anerkannte Pause, wo man auf einmal stehen bleibt und guckt, macht mich das denn überhaupt zufrieden? Und dann ist es ganz schwer zu sehen und sich selber einzugestehen, dass vielleicht Dinge und Entscheidungen, die man getroffen hat, auf einmal gar nicht mehr passen. Und das braucht A viel Arbeit, viel Authentizität, aber eben auch viel Mut, das ja zu verändern. Das ist bei ganz vielen Leuten, die merken zum Beispiel, eine Partnerschaft oder einen Job erfüllt sie nicht. Aber wenn du jetzt dein Leben lang darauf hingearbeitet hast, ist es natürlich schwer zu sagen, okay, ich schmeiß jetzt doch das Medizinstudium wieder weg und werde ab morgen Regisseur. Aber das wird ja gehen.
SPEAKER_00Okay, dann werde ich mich, glaube ich, nochmal bewerben.
SPEAKER_01Ja, vielleicht mit einem besseren Film diesmal.
SPEAKER_00Vielleicht habe ich Glück und bei der nächsten Bewerbung kommt Gefahr von links als Thema. Das wünsche ich dir. Ja, finde ich spannend. Also ich glaube, dass ich jetzt ein Stück weiter bin mit den Themen. Es geht im Endeffekt eigentlich bei mir primär darum, dass ich wieder die Liebe erfahre, die ich eigentlich erfahren möchte. Und die erfahre ich wahrscheinlich auch eher, wenn ich wieder mehr selber lächle. Also ich muss erstmal zu meiner inneren Glück führen. Ich muss erstmal selber glücklich sein mit mir selber. Dann kann ich vielleicht auch wieder aus dem Inneren heraus mehr lächeln. Ich glaube, das ist nicht allzu schwierig, weil ich eine sehr glückliche Kindheit hatte. Also ich habe mir wurde nicht sehr viel in den Weg gestellt. Und deswegen kann man da, glaube ich, zurückkommen. Das wäre wahrscheinlich so ein Thema mit Meditation und Atmen, wo man dann solche Stressrollen vielleicht loslassen kann.
SPEAKER_02Das sind sicher gute Mechanismen und gute Tools, die man da nutzen kann. Ich glaube jetzt, in dem, was wir jetzt besprochen haben, auf deinen Fall, würde ich eher schauen, wo kann ich zuerst mal Leichtigkeit herschaffen. Weil diese Phase, dass das Glück oder die Leichtigkeit nicht erfahrbar ist, die liegt ja nicht in deiner Arbeit. Also du hast gesehen, deine Mission, was zu verändern, Dinge zu durchschauen, die ist da. Die kannst du mit dem, was du jetzt machst, eben erbringen. Du hast auch die Erfolge, das heißt, du hast die Bestätigung, dass das funktioniert, das ist nicht nur ein Glaubenskonstrukt, sondern das passt ja. Aber du kannst dir nicht erlauben, diesen Erfolg total zu feiern, weil du einen Widerstand hast, also eine Reibung zwischen dem, wie du das in die Welt bringen willst. Du wirst gerne locker und leicht machen, weil diese Sachen, gerade auch wenn man sich ja so tief mit der Zelle beschäftigt, sind die ja dann klar und du siehst, ah, wenn wir das alles verändern, dann wird das auch cool. Und jetzt hast du aber den Faktor Mensch, die halt anders funktionieren, die eben dir nicht das Happy gegenüberbringen, die ihre Pillen halt nicht nehmen oder ihre Lifestyle-Änderungen nicht annehmen. Und dann sieht man, okay, man hat eine Lösung, aber die Leute wollen es nicht. Und das beschäftigt dich noch. Und das bedeutet ja, dass du eine Last trägst für andere, in dem Fall halt auch für die Patienten, dass es dich belastet, wenn die ihren Scheiß nicht auf die Reihe kriegen und nicht so machen, wie man das selber sieht. Und das abzustreifen, wird dich schneller in Zustand der Zufriedenheit oder Authentizität bringen, als mehr von den positiven Sachen zu suchen.
SPEAKER_00Also ich muss eigentlich lernen, die Menschen, egal wie sie sich entscheiden, besser das zu akzeptieren. Das heißt, auch wenn die das nicht nehmen, muss ich das akzeptieren und das nicht als Last für mich betrachten.
SPEAKER_02Genau, also die Idee, das müsste man jetzt im Einzelfall gucken, das geht ja nicht so schnell. Aber die Idee ist folgende, du kannst jetzt sagen, du willst mehr Glück haben. Und jetzt gehst du sozusagen den Glücksmuskel trainieren, aber das ist wie Fitnessstudio. Das ist sau anstrengend, das ist sau schwer und es dauert lange, bis der Muskel wächst. Du kannst aber auch sagen, diese Gewichtsweste von 50 Kilo, eben die Verantwortung für andere Leute, die ziehe ich einfach aus. Da bist in einer Sekunde, wenn du diese Erkenntnis gekriegt hast, die 50 Kilo los. Und was da jetzt wahrscheinlich schwierig ist, gerade auch als Arzt, ist ein Modus zu finden, dass man sich komplett auf seine Lehre oder seinen Ansatz fokussieren kann, ohne das Gefühl zu haben, man muss dem anderen dazu befähigen, das zu machen. Also nicht die Verantwortung anderen abzunehmen.
SPEAKER_00Okay. Ich denke, das ist machbar. Das könnte gut funktionieren. Dann kriegt man die Leichtigkeit wieder und mit der Leichtigkeit kriegt man eine bessere Stimmung und mit der besseren Stimmung steckt man auch vielleicht wieder andere Leute an. Genau, da kommen wieder ganz andere Leute, klar. Das heißt, ich muss aber dann auch erstmal meine eigene Last vor mir nehmen, also meine körperliche, meine Beschwerden, mein Übergewicht.
SPEAKER_02Ja, aber das kommt ja viel als Schutzmechanismus. Also es sind ja dadurch, dass die Thematik so ist, wie wir sie bis jetzt besprochen haben, reagiert ja der Körper. Und der will ja auch mit diesen Mechanismen helfen, das zu sehen oder einfach besser damit klarzukommen. Und das ist ja, also weil du eben Süßes gesagt hast, darum habe ich es gelacht, ne, das ist ja aus dem spirituellen Aspekt einfach eine Ersatzbefriedigung. Das heißt, diese Süße im Leben, die fehlt, klar, wenn nur Burnout-Leute, die erklären, wie scheiße das Leben ist, gehst du nicht nach Hause und denkst dir, geil. Ja, dann hilft der Kuchen, weil der ist lecker süß. Aber man kann eben jetzt auch gucken, okay, dann lasse ich diese schwere Wie nicht an mich ran, dann brauche ich auch nicht den Kuchen, weil die Süße halt da ist.
SPEAKER_00Ja, Wahnsinn. Da habe ich jetzt in knapp einer Stunde Mit dir eigentlich eine coole Erklärung gefunden für wie man das Warum wieder zurückfinden kann und wie man eben seinen Midlife-Kreis eigentlich auch wieder beenden kann. Gibt es bitte eigentlich Kurse dazu?
SPEAKER_02Kurse nicht. Also in meiner Ausbildung ist das immer ein wichtiger Teil, wenn wir halt traumasensibel arbeiten, weil im Prinzip sehe ich das so, alles, was wir tun im Leben, hat mit unseren Glaubenssätzen zu tun und wer wir selber sind. Und diese Frage, wer wir selber sind, die, seien wir ehrlich, die stellt sich ja fast niemand. Weil die Gesellschaft uns eben schon aus Kinderbeinen heraus in irgendeine Richtung drängen will. Und das sehe ich halt ganz krass bei meinem Sohn. Der ist da mein größter Lehrmeister, seitdem ich mich halt mit diesen Themen beschäftige und der ja dann auch ganz frei aufwächst, wo man eben sieht, wow, wenn der eben dieses Warum früher gestellt hat, da habe ich gemerkt, wie oft ich da keine sinnvolle Antwort drauf habe. Also ein ganz einfaches Beispiel, warum essen wir mit Mess und Gabel? Also die Frage ist ja, so klar kannst du sagen, es ist hygienischer, aber es sind alles selbstgemachte Sachen. Also wir können genauso gut mit den Händen essen. Die Frage da ist ja wieder, kannst du mit den Konsequenzen leben? Und wir haben das damals mit dem so gemacht, wenn man so, okay, der hat das eben gefragt, habe ich gesagt, schau mal, du isst mit Messer und Gabel, weil wir, also ich in dem Fall, keinen Bock hab, das wegzuwischen. So, wenn du das selber auch noch wegwisch, dann ist mir das egal. Und dann hat er das gemacht. Bis er irgendwann gemerkt hat, Messer und Gabel ist halt effizienter, aber dann muss er danach nicht putzen. Geile Nummer. Ja, aber das ist ja wirklich, das ist bei so vielen Sachen so. Da habe ich Millionen Beispiele, wo ich durch ihn wirklich gesehen habe, wie krass oft man sich bei allem die Frage warum stellen kann. Und dann kann man natürlich sagen, das ist ja auch so ein bisschen das, das ist ja nicht immer geil. Das ist ja viele so Leute, die so esoterisch sind, die sind immer so schwer und kommen mit diesem, ja warum, was will das Universum uns sagen? Und oft willst du sagen, halt's Maul, ne? Wir trinken jetzt immer ein Bier. Aber man sollte sich halt generell ab und zu mal zurücknehmen, mit sich selber beschäftigen und fragen, warum mache ich denn irgendwas? Warum ärgert mich was? Warum macht mir was Freude? Und ich glaube, dass diese Zeit uns einfach viel mehr zu uns selber bringt.
SPEAKER_00Das heißt, die Frage, warum, ist eigentlich nichts Negatives, sondern die ist ja was Positives. Wenn ich da Dinge hinterfrage, bekomme ich neue Antworten, neue Inputs. Und deswegen ist warum eigentlich was Gutes. Absolut. Wenn man ehrlich zu sich ist. Das ist ja auch. Wir lügen uns ultra oft selber an. Echt? Hast du mich heute angelogen?
SPEAKER_03Was?
SPEAKER_00Dich nicht. Ja, das ist spannend. Dann werde ich mir jetzt mal viel öfters die Frage, warum stellen? Und wenn ich dann einmal eine Antwort kriege, die ich jetzt nicht erwarte, dann muss ich auch die Konsequenzen tragen.
SPEAKER_02Ja, was heißt die Konsequenzen? Du kannst ja immer die Frage stellen, was macht das denn mit mir? Und dann kann man sich überlegen, wenn man jetzt sieht, der Job passt nicht, die Beziehung passt nicht, oder irgendwas im Kollegenkreis passt nicht, kann man sich ja fragen, macht das trotzdem Sinn? Aus anderen Gründen, aus ökonomischen Gründen, ökologischen Gründen, das ist ja egal. Hauptsache, man kann es für sich erklären, weil dann ist man ja wieder d'accord. Weil man weiß dann, was weiß ich, ich gehe nicht gern zur Arbeit, weil mir dieser Weg ist Zeitverschwendung, gerade hier in München, wo ich immer im Stau stehe. Aber ich sehe, wenn ich jetzt in der Stadt leben würde, wo ich ja arbeiten muss, durch meine Praxis, dann habe ich zu viel Lärm, zu viel Straßenbahnen, das möchte ich nicht. Also sind mir Sachen wie, ich lebe etwas mehr auf dem Land, Natur rehe ums Haus, ist mir mehr wert. Und dann bist du ja aber auch d'accord, dass du diesen Weg halt in Kauf nehmen musst, weil du dein Warum eben Lebensqualität gegen den Stau dann akzeptieren kannst.
SPEAKER_00Ich glaube, das ist für mich jetzt eine mega interessante und spannende Antwort. Ich definiere warum jetzt nicht mehr als mein Problem, sondern als meine Lösung. Indem ich mich ehrlich frage, warum mache ich das? Warum ist das so? Indem ich alles hinterfrage, kriege ich neuen Input, den kann ich bewerten, kann entscheiden, ob das gut oder schlecht für mich ist, kann es ausprobieren, zum Beispiel kann ich anfangen, mein Essen mit den Händen zu mir zu nehmen oder mit chinesischen Stäbchen und schauen, ob mir das mehr oder weniger Freude bereitet und kann so mit dem neuen Input einfach meinem Leben eine neue Richtung, ein neues Ziel geben. Und das kann bedeuten, dass ich in einem Jahr auf einem Segelboot im Pazifik bin und eine Weltreise machen. Oder es kann bedeuten, dass ich die Abläufe in meiner Praxis ändere oder in meinem Privaten etwas verändere. Aber im Großen und Ganzen durch das Hinterfragen meines Lebens mit Warum-Fragen bin ich in der Lage, mein Leben zu optimieren und werde irgendwann mehr Liebe wieder spüren als negative Themen. Und dann wird sich die Warum-Frage wahrscheinlich wieder erledigen. Genau.
SPEAKER_02Und meiner Meinung nach, wenn wir ehrlich sind, du kannst davor auch nicht weglaufen. Also die meisten Leute versuchen das ihr Leben lang und dann liegst du irgendwann am Totenbett und dann stellst du dir von allein die Frage, warum. Also das ist ja auch, wenn jetzt jemand nicht sterben will, wenn zu mir jemand kommt, der krank ist und sagt, hey, ich bin krank, ich will nicht sterben, dann frage ich auch genau das, warum. Was du eingangs gesagt hast, warum willst du denn überhaupt leben? Und das ist erschreckend, wie wenig Leute darauf eine Antwort haben. Nämlich so gut wie keiner. Und das sind ja dann die klassischen Beispiele. Keiner liegt am Totenbett und sagt, ich wünsche, hätte mehr gearbeitet. Das wird nicht passieren. Und wenn man das aber weiß und sich immer damit beschäftigt, dann ist alles, was wir im Leben machen, auf einmal einfach, weil das Sinn hat. Und diese Sinnfrage, die kommt eben immer. Das kommt ja auch bei, ich habe ja viel mit Start-up-Leuten zu tun, die dann ein Exit gehabt haben. Dann hast du auf einmal die 100 Millionen auf dem Konto und dann denkst du, boah, ist das geil, jetzt lebe ich hier auf Bali oder in Dubai und fahre den Ferrari. Und dann merkst du aber auch nach ganz kurzer Zeit, nach ein paar Monaten, merkst du, warum? Weil gibt das hier was, ändert das was? Vorher hattest eine Mission, da hattest ein Baby, deine Firma hast das aufgebaut, du hast irgendwie das Spiel gehabt, der Interaktion, du hattest auch mal Reibereien und du fühlst dibendig und auf einmal ist einfach alles möglich. Und da fragst du dich auch, warum. Also egal, was du machst im Leben, die Frage wird so oder so kommen. Und aus meiner Sicht ist es einfach schlau, sich die bewusst immer wieder zu stellen, weil man dann diese Todesgeschichte und sagt, oh, hätte ich am liebsten doch alles anders gemacht, viel früher verändern kann und in ein Leben kommt, was mit einem selber in Kohärenz ist, wo man einfach glücklich und es geht ja um Alignment, dass du einfach das Gefühl hast, ich bin im Fluss. Und das kriegst du nur, wenn du dein Warum kennst.
SPEAKER_00Mega. Dann ist die Frage, warum machen wir eigentlich diesen Podcast für mich auf jeden Fall schon mal geklärt. Weil mir macht es wahnsinnig Spaß, auch dieses ganze Wissen, das wir uns über die Zeit erarbeitet haben oder dass ich mir auch im Bereich der Medizin arbeite, einfach weiterzugeben und das Ganze noch mehr zu verbessern, noch mehr Lösungsansätze zu finden. Und deswegen werde ich diesen Warum weiter nachgehen. Und du bist einfach ein fantastischer Partner in diesem Podcast, denn du kannst mir so viele, so viel cooles Input geben, dass mein Warum, zumindest warum auch diesen Podcast, auf jeden Fall schon positiv beantwortet ist und ich mich auf ganz viele weitere Folgen mit dir freue.
SPEAKER_01Oh, danke dir, lieber Christian.
SPEAKER_02Das kann ich nur zurückgeben. Für die Zuhörer, was haben wir denn heute für drei Core Checks, die man jetzt hier mitnehmen kann?
SPEAKER_00Ja, Core Check Nummer eins ist die Frage, warum, die ist nichts Negatives, sondern die kann dich auch weiterbringen, wenn du dir wirklich fragst, warum machst du die Dinge und dann dementsprechend beantwortest und die Themen veränderst.
SPEAKER_02Mein Core Check Nummer zwei ist, dass jedes Mal, wo wir uns die Frage nach dem Warum stellen, wir einen Schritt mehr zu uns machen. Der Corecheck Nummer 3 ist für mich, dass warum nicht nur die Frage nach Rechtfertigung ist und Erklärung, sondern warum ist der Weg zu mehr Kohärenz. Weil ich dadurch Einsichten bekomme, statt von mir getrennt zu werden.
SPEAKER_00Und das war der Podcast zu der Frage Warum?
SPEAKER_02Die Shit! Christian, bis zum nächsten Mal. Zu guter Letzt haben wir natürlich noch die Frage des Warum auch an euch, liebe Zuhörer und Zuschauer. Bitte gebt uns doch mal euer Warum in die Kommentare und lasst uns wissen, wo steht ihr morgens auf? Mit welchem Warum im Kopf. Und was ist es, das euch antreibt jeden Tag? Oder wo gibt es vielleicht Dinge, die ihr noch nicht beantworten könnt und wo ihr euch selbst dreht? Ich danke mega für das Vertrauen hier in uns beide und danke dir für das offene, coole Gespräch. Ich hab Bock auf mehr davon. Gerne.